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Projektstatus:
Abgeschlossen (2005 - 2009)

Projektleiter:
Prof. Dr. med. Rolf-Detlef Treede
Validierung der Quantitativ Sensorischen Testung (QST) als klinischem Instrument zur Untersuchung neurobiologischer Mechanismen bei neuropathischem Schmerz

Die Methode der QST (Quantitativ Sensorische Testung) ist ein zentrales Anliegen des Forschungsverbundes, um auf diesem Wege ein besseres Verständnis zu pathophysiologischen Hintergründen und Therapieoptionen für Patienten mit neuropathischem Schmerz zu entwickeln. Eines der wichtigsten Ziele war die Entwicklung und Anwendung eines standardisierten Protokolls der QST. Hierzu wurden die Mitarbeiter in zehn Zentren standardisiert ausgebildet und als erstes Projekt eine Normdatenbank etabliert, welche die Möglichkeit liefert, die gewonnen Patientendaten aus der Datenbank des DFNS mit denen von gesunden Personen zu vergleichen. Das verbundübergreifende integrative QST-Netzwerkprojekt hat die Evaluation von Validität, Reliabilität und Möglichkeiten zur Qualitätssicherung der Messmethode in einem multizentrischen Ansatz zum Ziel.

In einer Weiterentwicklung des Arbeitsprogramms aus der ersten Förderperiode, in der die Testbatterie der QST genutzt werden soll, um in den pharmakologischen Multicenter-Studien zur Sekundärprävention Aussagen über die selektive Wirkung von unterschiedlichen Pharmaka auf die Phänomenologie des individuellen Schmerzes zu ziehen, sollen in der zweiten Förderperiode weitergehende Ansätze durchgeführt werden. Hierbei geht es zum einen um die Identifikation pathophysiologischer Mechanismen in Patienten mit unterschiedlichen neuropathischen Schmerzen in Korrelation zur individuellen QST Symptomatik, die sich in humanexperimentellen Modellen (Surrogatmodelle) entwickeln lassen. In diesem Zusammenhang sollen vier Zentren des DFNS (Bochum, Kiel, Mainz, TU München) eine vertiefte Entwicklung von experimentell induzierten neuropathischen Schmerzsyndromen und deren Auswirkung in QST-Messungen untersuchen. Die Surrogatmodelle werden in den vier Zentren mit jeweils 12 gesunden Versuchspersonen durchgeführt und in einem standardisierten Z-transformierten QST-Profil für jedes einzelne dieser humanen Surrogatmodelle dargestellt. Im Einzelnen sollen hierbei untersucht werden:

  • Kutane Applikation von Capsaicin
  • Intramuskuläre Applikation von Capsaicin
  • Etablierung einer Muskelazidose
  • Niedrigfrequente elektrische Stimulation (LTP Modell)
  • A fiber-Inhibition
  • Kutane Applikation von Menthol
  • Applikation von Norepinephrin

Hintergrund dieses Verfahrens ist, aus dem Wissen um die physiologischen und pathophysiologischen Mechanismen, die durch Surrogatmodelle im peripheren und zentralen Nervensystem induziert werden, einen Vergleich schaffen zu können. Mit diesem erhofft man sich, aus der spezifischen Änderung der QST Rückschlüsse darauf ziehen zu können, welche Mechanismen bei Patienten in Ihrem individuellen pathologisch neuropathischem Schmerzmechanismus möglicherweise eine besondere Bedeutung besitzen.

In einem weiteren Schritt sollen standardisierte Z-transformierte QST-Profile für jede dieser humanen Surrogatmodelle entwickelt werden. Im Anschluss daran werden die Surrogatprofile mit den QST-Profilen von Patienten auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten getestet. Die ähnlichsten Profile zwischen den Surrogatmodellen und den Patientenprofilen lassen dann Rückschlüsse auf den am wahrscheinlichsten zu Grunde liegenden Mechanismus im Schmerzbild des Patienten zu.

Zur Qualitätssicherung ist gleichzeitig eine Test-re-test Reliabilitätsuntersuchung in den durchführenden Zentren geplant. Hier soll die Stabilität der Messungen überprüft werden, um somit Daten über die Reproduzierbarkeit von Messungen zwischen den Zentren und bei Wiederholungsmessungen im Verlauf laufender Studien zu generieren.

Die Anstrengung im Bereich des Vergleiches Surrogatmodell zu QST-Profilen neuropathischer Schmerzpatienten soll in einem letzten Ausbauschritt zu einer Vereinfachung des QST-Protokolls führen. Ziel ist hier eine Reduzierung der QST-Testbatterie auf ein in der klinischen Praxis durchführbares Maß auch außerhalb des DFNS.