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Projektstatus:
BMBF Förderung abgeschlossen (2002 - 2012)
Fortführung des Projektes im DFNS e.V.

Projektleiter:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Thomas R. Tölle, Dipl. Psych.
PD Dr. med. Achim Berthele
Blut- und DNA-Bank

Aus der allgemeinen klinischen Erfahrung ist gut bekannt, dass sowohl die Empfindlichkeit gegenüber schmerzhaften Reizen als auch der schmerzstillende Effekt von Analgetika individuell stark variiert. Diese Variabilität beruht auf vielen unabhängigen Faktoren, von denen einige der Umwelt und Situation des Patienten zuzuschreiben, andere wahrscheinlich aber genetischen Ursprungs sind. Die Wissenschaft hat erst in jüngster Zeit die Bedeutung genetischer Aspekte im Entstehungsmechanismus von Schmerzerkrankungen sowie bei der Schmerzverarbeitung erkannt.

Ziel der Blutproben-Bank ist die Sammlung von DNA von nach DFNS-Kriterien charakterisierten Patienten, um genetische Untersuchungen zum neuropathischen Schmerz zu ermöglichen. Langfristig soll die Blutbank zu einer multipel abfragbaren Ressource für genetische Analysen durch nationale und internationale Forschungskonsortien und Industrie etabliert werden. Mit dem rasanten Fortschritt in der Genetik in den letzten Jahren und dem zu erwartenden Fortschritt in den kommenden Jahren können diese Gen-Analysen wegbereitend für neue therapeutische Ansätze werden.

In einem ersten Schritt wurden von allen Verbundteilnehmern Blutproben von neuropathischen Schmerzpatienten, deren klinische Daten parallel auch in die zentrale Datenbank neuropathischer Schmerz (QUAST) einfließen, erhoben. Die Gewinnung von Serum und Extraktion der DNA erfolgt gesammelt im zentralen Labor in München. Die Teilnahme des gesamten Verbundes an diesem integrativen Projekt sichert eine hohe Anzahl von Proben und auf diese Weise die Durchführbarkeit genetischer Analysen. Bis Mitte 2009 konnten knapp 800 Proben von Patienten mit neuropathischen Schmerzen aus 9 Zentren für die Blut- und DNA-Bank gesammelt werden.

Die Blut- und DNA-Bank ermöglicht, genetische Ursachen für die Entwicklung einer chronifizierten neuropathischen Schmerzkarriere sowie das verminderte Ansprechen auf bestimmte pharmakologische Behandlungen zu untersuchen. Derzeit werden verschiedene Kandidatengene als Beteiligte bei der Entwicklung, Erhaltung oder Vermeidung neuropathischer Schmerzen in einem Target-Gene Ansatz erforscht. Erste Analysen haben Risikogene für bestimmte Schmerzformen dokumentiert. Polymorphismen in Genen, die für Rezeptoren und Kanalproteine kodieren, korrelieren signifikant mit der Ausbildung bestimmter Symptome. Von Interesse sind hier u.a. die Polymorphismen des COMT(Catechol-O-Methyltransferase)-Gens. Entsprechend dem COMT-Polymorphismus variieren kurze Genabschnitte mit unterschiedlicher Häufigkeit, was wiederum möglicherweise mit einer Interaktion des adrenergen sowie dopaminergen und opioidergen System einhergeht — und somit wahrscheinlich auf die Schmerzempfindung- und -verarbeitung Einfluss nimmt.